Schulter

Orthopädie & Orthopädische Chirurgie

Schulter / Schultergelenk

Das Schultergelenk (lat. Articulatio humeri),

auch Glenohumeralgelenk genannt, wird von dem Oberarmkopf (Caput humeri) und dem Schulterblatt (Scapula) gebildet. Da dieses Gelenk vor allem durch Muskulatur gesichert ist und die Bewegungen kaum durch knöcherne Strukturen eingeschränkt werden, ist es das beweglichste Kugelgelenk des menschlichen Körpers.

Knöcherne Strukturen und Gelenkflächen

 

Der kugelförmige Kopf des Oberarmknochens (Humerus) steht mit der längsoval geformten Gelenkfläche des Schulterblattes (Cavitas glenoidalis) in Verbindung (artikuliert). Diese Gelenkfläche ist im Vergleich zum Oberarmknochenkopf klein und umschließt ihn daher nicht vollständig wie es beispielsweise im Hüftgelenk der Fall ist, sondern nur zu einem geringen Teil.

Eine Vergrößerung der Kontaktfläche zwischen beiden Gelenkpartnern bildet eine drei bis vier Millimeter breite faserknorpelige Pfannenlippe (Labrum glenoidale), die an der Gelenkfläche befestigt ist.

Freiheitsgrade

 

Durch den Aufbau als Kugelgelenk bedingt, ist die Bewegung des Armes in allen drei Ebenen und Achsen möglich. Einen wesentlichen Beitrag zur Beweglichkeit leisten beim Menschen die beiden Teilgelenke des Schultergürtels (Articulatio acromioclavicularis und Articulatio sternoclavicularis). Je nach Erfordernissen werden durch die Beweglichkeit dieser Gelenke die Positionen von Schlüsselbein (Clavicula) und Schulterblatt modifiziert.

Für die Praxis ist davon auszugehen, dass kaum eine Bewegung des Armes auf eine alleinige Bewegung des Schultergelenkes zurückzuführen ist. Das Zusammenspiel der Gelenkgruppe ist daher bei der Bewertung von Bewegungseinschränkungen mit zu berücksichtigen.

Transversal

Anteversion bis 90° im Schultergelenk, eine Elevation darüber (bis maximal 170°) unter Mitwirkung der Gelenke des Schultergürtels, eine vollständige Elevation (180°) ist durch Streckung der Wirbelsäule möglich

Retroversion bis maximal 50°

Sagittal

Abspreizbewegung (Abduktion) bis 90° im Schultergelenk, mit Beteiligung des Schultergürtels und der Wirbelsäule bis 180°

Heranführungsbewegung (Adduktion) bis 45°

Vertikale Achse

Einwärtsdrehung (Innenrotation) um 30°

Auswärtsdrehung (Außenrotation) um 60°

Die drei häufigstenDiagnosen im Schulterbereich

Eine relativ häufige Verletzung des Gelenkes stellt die Auskugelung (Luxation) dar (→ Schulterluxation).

Dabei springt der Oberarmknochenkopf aus der Gelenkpfanne des Schulterblattes. Mitunter kann sich aus einer singularen Luxation eine habituelle Luxation entwickeln, da das Gelenk instabil geworden ist.

 

 

Zur Behandlung von Arthrosen oder nach Unfällen gibt es auch beim Schultergelenk etwa seit 1995 künstliche Gelenkersätze (Endoprothesen) der dritten Generation.

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